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Chronik
Entstehung Geschwendas
Entstehung Geschwendas
Eine Urkunde von 1302 erwähnt den Ort zum ersten Mal. Damals schenkte ihn Graf Günther von Käfernburg dem Abt von Hersfeld und erhielt ihn als Lehen zurück. Zu dieser Zeit lautete der Name noch "Gyswenda". Eine Deutung leitet diese Ortsbezeichnung von "schwenden" ab. Ein "Geschwende" ist ein durch Abbrennen des Gehölzes gewonnenes Stück Land - im Gegensatz zum Roden des Waldes. So zeigt das Ortswappen eine Tanne, aus deren Wurzeln Flammen schlagen.
Das Sprichwort
"In Geschwende hat das Brot ein Ende"
lässt ahnen, wie es in früherer Zeit hier ausgesehen haben mag. Die meisten Männer arbeiteten auswärts. Die übrigen verdienten mit Frauen und Kindern in Heimarbeit durch "Schnippeln" von Blumenstäbchen einen geringen Lebensunterhalt. Bedingt durch die Höhenlage des Ortes war auch von der Landwirtschaft nicht viel zu erwarten, obwohl es früher hier ein Rittergut gab. Dieses gehörte zeitweise den Herren von Lichtenberg, von Plassenburg, von Röder und von Belmont, es wurde 1829 von Schwarzburg-Sondershausen übernommen. Heinrich Gottlob von Liechtenberg war 1688 Gerichtsjunker im Ort. Dieser hier erwähnte Herr besaß als Eigentümer des Rittergutes auch die selbständige Gerichtsbarkeit wie sein Vater, zu dessen Zeit es in Geschwenda zu mehreren Hexenverbrennungen auf der heute noch so genannten "Hexenleite" kam. Davon berichtet die Chronik: "Den 15. August (1665) wurden zu Geschwenda 3 Hexinnen verbrannt, so viel Leute und Vieh beschädigt, umgebracht, auch sonst viel Böses verübt..."
Und zwei Jahre später: "Den 6. September wurden zu Geschwenda abermals 2 Hexen verbrannt. Der einen wurde Gnade erzeigt und sie erstlich mit dem Schwerte gerichtet, danach mit der anderen zugleich verbrannt."
Der Ort ist früher ein Ritter-Manns-Lehngut gewesen. Die Lehnherren waren die Grafen von Käfernburg, die Abtei Hersfeld später die Fürsten von Schwarzburg Arnstadt und nach dessen Aussterben die Fürsten von Schwarzburg-Sondershausen. Die Besitzer des Rittergutes waren seit alters bis 1729 die Herren von Lichtenberg, von 1729 bis 1740 die Herren von Plassenberg, von 1740 bis 1760 der Herr von Röder, Fürstlicher Württembergischer Geheimrat, Burggraf und Erboberstallmeister. Sein Sohn verkaufte es 1760 an den Freiherrn von Belmont. Anfang des 19. Jahrhunderts erwarb die Gemeinde Geschwenda das Rittergut von Staat Schwarzburg-Sondershausen.
Wie jeder Ort hat auch Geschwenda seinen eigenen Dialekt. So wurde vor einiger Zeit ein Büchlein herausgegeben, indem kleine Geschichten, Episoden und Spitznamen dargestellt sind.
Auf der nachfolgenden Seite finden Sie einen Auszug aus diesem Buch.



